| Teleskoplaufbahn |
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60 mm Refraktor
Wie bereits erwähnt war mein erstes Teleskop ein 60 mm Refraktor (f = 700 mm) von Neckermann, welcher für ca. 300 DM eigentlich ganz OK war. Die Optik war gut, man sah auf dem Mond viele Details, auf Jupiter das NEB und SEB und auch den Saturnring ohne Probleme. Nur die Mechanik war etwas klapprig, aber ansonsten würde ich es als das ideale Einsteigerteleskop, für die noch sehr jungen Sternfreunde, bezeichnen. 114 mm Reflektor
Nach ein paar Jahren reichte mir der Refraktor nicht mehr aus. Mein astronomisches Wissen wuchs und ich las in diversen Büchern, mit welchen Objektivdurchmessern man alles so erkennen könne. Also mehr Öffnung bitte! Die etwas professionelleren Geräte waren aus Kostengründen für mich noch nicht greifbar, so wurde mal wieder der Neckermann- und Quelle-Katalog gewälzt. Dieses mal wurde ein sogenanntes Katadioptrisches System auserkoren, ein 114 mm Reflektor von Bresser, der trotz einer Brennweite von 1000 mm nur ca. 40 cm lang war. Erreicht wurde dies durch eine art Barlow-Linse im Okularauszug, welche leider einen sehr deutlichen Farbfehler mit sich brachte. Der Sucher war in das Hauptrohr integriert. Man musste ihn mit Hilfe eines Klappspiegels aktivieren bzw. deaktivieren. Den Sinn dieser eigenartigen Konstruktion kann ich bis heute nicht nachvollziehen! Der Sucher lieferte noch dazu ein sehr dunkles bild, mit bloßem Auge konnte man mehr erkennen. Darum wurde er von mir abmoniert und durch einen selbstgebauten separaten Sucher ersetzt. Die Leistung des Teleskops war insgesamt etwas besser als die des 60mm Refraktors, aber aufgrund von starker Koma und des bereits erwähnten Farbfehlers nicht gerade berauschend. Am Planeten zeigte es nur unwesentlich mehr Details, im Deep Sky Bereich hatte es natürlich etwas mehr Licht. Was an dem Teil noch sehr störte, war seine Justieranfälligkeit. Die kleinste Erschütterung reiche aus und man konnte wieder am Fangspiegel rumschrauben (der Hauptspiegel war nicht justierbar)! Als Gesamtbild würde ich dieses Gerät eher als Enttäuschung beschreiben! 80 mm Refraktor
Nachdem ich einige Zeit später mein eigenes Geld verdiente wagte ich mich an ein etwas hochwertigeres Gerät heran, ein Vixen 80 L auf einer Super Polaris Montierung, bezogen von Ruhnke Optik in München (Vehrenberghändler). Dieses Teil hatte etwas weniger Öffnung als sein Vorgänger, war ihm jedoch aufgrund der sehr guten Abbildungsleistung in jeder Hinsicht überlegen. Dieser Fraunhofer war aufgrund seiner langen Brennweite (f/15) vom Farbfehler her, nicht weit von einem Apo entfernt! Am Planeten waren wesentlich mehr Detail sichtbar, Vergrößerungen bis 170 fach waren durchaus einsetzbar (vor allem bei Saturn und Mond). Auch mechanisch war dieses Gerät sehr sauber verarbeitet. Ich war mit der Leistung des Fernrohrs viele Jahre sehr zufrieden, bis ich eines Tages den Katalog von ICS in den Händen hielt! 10" Dobson
Es handelte sich um ein ICS-ATD 10" f/4,8 mit Standardoptik und 96%-Beschichtung bei Haupt- und Fangspiegel. Ich habe das Teleskop als Bausatz gekauft, lediglich den Tubus ließ ich von ICS eloxieren und innen matt schwarz lackieren, was ein paar hundert Mark Aufpreis ausmachte. Trotzdem hat man mit dem Bausatz noch einiges zu tun. Je nachdem wie geschickt und penibel man arbeitet hat man schon noch 12 bis 18 Stunden Arbeit vor sich. Jedenfalls stand der Dobson nach 1 1/4 Jahren warten und der oben beschriebenen Arbeitszeit bereit für das "First Light". Die Rockerbox besteht, wie in
Herrn Birkmaiers Ausführungen beschrieben, aus
Birkenholzmultiplexplatten. Sie ist sauber und solide verarbeitet und
liefert ein Maximum an Stabilität. Auch bei hohen
Vergrößerungen gibt es kein störendes
Nachschwingen, wenn man focusiert oder nachführt. Die vertikalen
und horizontalen Nachführungen sind teflongelagert und gleiteten
sehr leichtgängig. Trotzdem bleibt der Tubus in seiner Position,
wenn man das Okular wechselt. Bis ca. 200fach war die Nachführung
absolut unproblematisch. Erst ab 300fach war mir die vertikale Achse
etwas
zu ruckelig. Nachdem ich die Teflonauflageflächen etwas
vergrößert
hatte war dieses Problem auch behoben. Der Okularauszug ist
leichtgängig
und absolut Spielfrei. Er wackelt selbst dann nicht, wenn er voll
ausgefahren ist und gleitet auch unter dem Gewicht eines 2"-Okulars
nicht zurück. Das einzige was stört, sind die glänzenden
Aluräder zum
Focusieren. Will man zum entspannten Beobachten beide Augen
öffnen,
stören die Räder selbst unter dunklem Himmel. Ich habe sie
deshalb
matt schwarz lackiert. Fang- und Hauptspiegelfassung sind sehr stabil
und erlauben eine exakte Justierung, welche mit Hilfe des im
Lieferumfang
enthaltenen Chesires kein Problem darstellt. Nachdem die Optik von mir
einmal sauber justiert wurde, war ein Nachjustieren selbst nach
mehreren
Autofahrten (ca. 5 x 20 km) und mehrfachem "Auf- und Abbauen" nicht
mehr
nötig. Die 96%-Beschichtung, so hörte ich von anderer Seite,
würde keine sichtbaren Vorteile bringen. Rein rechnerisch liefert
sie jedoch das Licht von fast 1" mehr Öffnung. Theorie und
Praxis...
die alte Frage!
Aber nun zur optischen Leistung:
Der Kugelsternhaufen M13 wirkt wesentlich heller und größer, als in meinem alten 3"er. Der Haufen ist bis ins Zentrum in unendlich viele punktförmige Sternabbildungen aufgelöst. Eines meiner Lieblingsobjekte, welches ich vorher noch nie zu Gesicht bekommen habe (wie denn auch, mit einem 3" f/15 !?) ist der Cirrusnebel im Schwan. Er ist mit dem Telrad schnell auffindbar und unter einem 5,5m Himmel direkt als milchig weiße Spur zu erkennen. Beim Einsatz meines UHC-Filters, den ich schon seit Jahren besitze, aber an meinem 3"er nur selten gebrauchen konnte, erlebte ich eine große Überraschung. Der Supernovaüberrest zeigte jetzt feine Strukturen, war kreideweiß und konnte über weite Bereiche "abgedobst" werden. Auch am Planeten hat der 10"er einiges zu bieten. Saturn ist immer ein gutes Testobjekt. Die Cassini-Teilung erscheint nicht nur als dunkler Streifen, sondern als deutliche Lücke. Der innen liegende C-Ring ist direkt sichtbar, nicht nur als dunkler Streifen vor dem Planenten. Auf dem Planeten selbst sind mehrere Bänder zu sehen. Theoretisch sollte man im A-Ring auch die Encke-Teilung erkennen, was mir bisher noch nicht gelungen ist. Man bemerkt lediglich unterschiedliche Helligkeiten im A-Ring. Um die Encke-Teilung zu sehen, benötigt man lt. Testbericht eines anderen 10"Besitzers min. 400fache Vergrößerung und natürlich ein perfektes Seeing. Meine Okulare reichen aber "nur" bis 300fach, was ohnehin seltengenug einsetzbar ist. Hier findet ihr ein paar Bilder des Dobson. 120/1000 Skywatcher-Refraktor
Für ein paar Wochen war ich im Besitzt eines Fraunhofers von Skywatcher (Hier ein Foto). Meine Absicht bestand darin, diesem Refraktor in Verbindung mit einem APO-Korrektor, in einen guten ED-Refraktor zu verwandeln. Es stellte sich heraus, dass der APO-Korrektor wirklich funktioniert und den Farbfehler dieses f/8 FH deutlich reduziert. Leider habe ich beim Kauf des Refraktors daneben gegriffen und eine sogenannte "Gurke" erwischt. Die Abbildungsleistung war eher unterdurchschnittlich. Sterne zeigten im Fokus leichte Kometenschweife, trotz einer genauen Justierung der Optik mittels Justierlaser und Chesire-Okular. Als ich dann noch feststellte, dass man bei Saturn Probleme hatte, die Cassiniteilung zu erkennen, war für mich klar, dass dieses Teleskop schnellstens wieder zurück zum Händler muss. Durch diesen Fehlgriff hatte ich allgemein das Vertrauen in die China-Refraktoren verloren. Es entsteht in der Produktion einfach zu viel "Müll". Diesen dann mit einem sehr teuren APO-Korrektor zu veredeln ist einfach Schwachsinn. Der APO-Korrektor macht nur bei sehr guten ausgesuchten Geräten Sinn. Ich denke, dass nur 10% der Produktion diese Voraussetzungen erfüllen. Nun war ich wieder auf der Suche
nach dem richtigen Teleskop. Da ich wert auf ein farbfehlerfreies Bild
legte, kam eigentlich nur was mit Spiegeloptik in Frage. Die
Öffnung sollte nicht all zu groß sein, damit ich beim
Planetengucken nicht zu starke Seeingprobleme bekomme. Und das Teil
sollte sich von meiner
EQ5 noch gut tragen lassen. Außerdem musste es in einer
ähnlichen Preisklasse liegen, wie der China-Refraktor +
APO-Korrektor, da mehr finanzielle Mittel nicht zur Verfügung
standen. Also wurde es ein Intes MK-67...
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